Wolfgang Ischinger zu Cybersicherheit und Politik

23. Mai 2017
Name: Wolfgang Ischinger
Position: Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz und Senior Professor for Security Policy and Diplomatic Practice an der Hertie School of Governance in Berlin
Thema: Cybersicherheit und die Politik

Das Thema Cybersecurity, oder Sicherheit in der digitalen Welt, steht aktuell überall weit oben auf der Tagesordnung. Doch wie kommen Politik und Wirtschaft mit den immer neuen Herausforderungen zurecht?

Es sei aktuell eine große Herausforderung für Politik und Fachkreise zusammenzuarbeiten, meint Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Eins der Hauptprobleme dabei: die Kommunikation. Sie funktioniere zwischen Fachleuten und Politik deshalb nicht gut, „weil die Nicht-Fachleute die Termini, die Sprache, der IT- und Cyberspezialisten nicht verstehen.“ Was wir also brauchen, seien Dolmetscher zwischen den Wissensständen.
Genau diesen Brückenbau versuchen Sicherheitskonferenzen, wie die Münchner Sicherheitskonferenz und die Potsdamer Konferenz für Nationale Cybersicherheit, voranzutreiben.

Auf diesen konnte man eine, wie es Ischinger beschreibt, „fast historische Entwicklung“ wahrnehmen: „Jetzt ist hier auch die Bundeswehr dabei“. Etwas spät sei seiner Meinung nach das Verteidigungsministerium dabei, sich nicht nur mit der Abwehr von Cyberattacken zu beschäftigen, sondern auch mit eigenem aktiven Handeln.

Der Unterschied zwischen heutiger Cyberstrategie und der Nuklearstrategie seit dem Kalten Krieg sei für Ischinger beträchtlich:
Nukleare Abschreckung funktioniere durch bekannte Gefahr, doch bei Cyberattacken sei es umgekehrt:
„Ihre Cyberfähigkeiten sind umso effektiver, je heimlicher Sie sie durchführen können.“

Mit Mitteln des digitalen Krieges in Nuklearbereichen zu agieren, sei noch nicht genug erforscht und dadurch sehr heikel und gefährlich:
„A brave new world“, so Ischinger.

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