Prof Dr. Christoph Meinel über die Sicherheit der Gesundheitscloud

9. Juni 2017
Name: Prof Dr. Christoph Meinel
Position: wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts
Thema: Die Gesundheitscloud als sicheres Angebot für Gesundheitsdaten

Seit einem halben Jahr wird die Gesundheitscloud als Projekt des HPI und der Hasso-Plattner-Stiftung vorangetrieben.

Sie soll helfen, in Deutschland die Möglichkeiten der Datenauswertung in der Medizin anzuwenden. Dass es damit aktuell noch viele Probleme gibt, erläutert Prof Dr. Christoph Meinel, wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts: Nach deutschem Datenschutz gebe es viele „Datensilos“, die die Daten untereinander nicht austauschen dürfen.

Die Idee des neuen Systems: Man wolle nicht mit Versicherungen oder anderen Firmen kooperieren, sondern die Patienten in den Fokus stellen.
Die Cloud sei in erster Linie ein Angebot, seine Gesundheitsdaten in der sicheren Private Cloud, getragen von der Hasso-Plattner-Stiftung, abzulegen. Der Patient muss auch danach jeder Nutzung zustimmen, kann seine Daten teilen oder Zugriff verwehren und behält stets die Datenhoheit.

Sind die Leute bereit für eine Digitalisierung ihrer Gesundheitsdaten? Gerade bei familiären Krankheitsfällen sei häufig der Wunsch vorhanden, Daten aktueller Studien zu Nutzung und allen medizinischen Institutionen die Zusammenarbeit zu ermöglichen. Junge Leute hingegen nutzen vor allem Gesundheitsapps, bei denen jedoch die „Datenhaltung nur schlecht oder den Maßstäben nicht entsprechend“ sei, so Prof. Meinel.
Auch Anbieter solcher Anwendungen sollen die Gesundheitscloud verwenden können. Sie können ihren Nutzern anbieten, ihre Daten in der Gesundheitscloud abzulegen, damit müsse sich niemand mehr Sorgen um sichere Datenspeicherung bei Drittanbietern machen. Das Projekt könne damit bestehende Anwendungen verbessern und neue Anwendungen ermöglichen, beispielsweise Mehrfachuntersuchungen durch das leichte Teilen der Untersuchungsdaten einzuschränken.

Cloud und Sicherheit werden häufig als Konflikt angesehen. Bei kommerziellen Public Clouds sei das Problem real: Cloudinfrastrukturen sind teuer, also kann sich solch ein Modell nur rechnen, wenn aus den Daten Wert geschöpft wird, erklärt Prof. Meinel.
„Wir wollen sicherstellen, dass die Daten sicher verwahrt sind.“, deshalb stehe die Stiftung hinter dem Projekt und will einen „sicheren Hort“ für die Daten anbieten.
Da hierbei kein kommerzielles und finanzielles Interesse besteht, sei die Stiftung als Träger vertrauenswürdiger als staatliche Strukturen oder Unternehmensstrukturen.

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