Prof. Dr. Christof von Kalle über Datenanalyse in E-Health

14. Juni 2017
Name: Prof. Dr. Christof von Kalle
Position: Geschäftsführender Direktor, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT)
Thema: Datenanalyse und -verwertung bei E-Health Anwendungen

E-Health bringt viele neue Möglichkeiten der Diagnose und Analyse, gerade neue Diagnosemethoden der molekularen Genom-Analyse, wie sie Prof. Dr. Christof von Kalle, Geschäftsführender Direktor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) einsetzt verändern die Medizin enorm. Allerdings setzen sie auch eine hohe personenbezogene Datenerhebung voraus.
Dabei bemühe man sich höchsten Schutz der Daten zu bieten, erklärt Prof. von Kalle. So werden die Daten pseudonymisiert und unter Verschluss gehalten. Analysiert und ausgewertet werden stets nur die Datensätze, welche für eine explizite Fragestellung benötigt sind.

Big Data sei im Bereich der Genomanalyse ein großes Thema, gerade im Bereich der Onkologie. Häufig sei die Behandlung und Krankheitserkennung noch sehr hypothesengetrieben, doch mit den enormen Datenmengen könne man auch hypothesengetrieben die richtigen Schlüsse schnell genug ziehen.
Wichtig sei es, aus dem Datenraum der Analyse eines Genoms einen Wissensraum zu machen, indem man Patienten informierter und kompetenter in den Prozess einbindet und damit mehr Wissen auf allen Seiten generiert. Die Einbindung von Patienten erleichtere auch die Interaktion mit Ärzten bei der Behandlung, da mehr Verständnis vorhanden ist.
Welche Daten gespeichert und verarbeitet werden, ob der Patient Kenntnis erlangt oder lieber nichts von gewissen Dingen wissen sollte, diese ethischen Entscheidungen sollen laut Prof. von Kalle durch Patienten selbst entschieden werden.

Dabei sei das immer umfangreichere Sammeln von Daten nicht negativ zu sehen, denn der Patient sei “in Wahrheit eher durch den Verlust von verwertbarer Information gefährdet, als durch das Auftreten neuer, nicht ausreichend interpretierbarer, Information.”

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