Prof. Dieter Kempf (BDI) über die Entwicklung von Industrie 4.0 für alle Firmen

4. Februar 2017
Name: Prof. Dieter Kempf
Position: Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie
Thema: Entwicklung von Industrie 4.0 für alle Firmen

Der Begriff „Industrie 4.0“ ist allseits präsent und trotzdem fühlen sich viele Firmen dabei nicht involviert. Wie kommt es dazu und wie sehr betrifft die Digitalisierung den ganzen Markt?

Prof. Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, sieht eine Ursache in der Begriffswahl von „Industrie 4.0“ selbst: Die Bezeichnung wecke häufig eine Assoziation mit riesigen Industriebetrieben und Firmen enormer Größe.

Doch die Transformation treffe jeden. Nicht nur viele Produkte, sondern vor allem viele Prozesse werden modernisiert und optimiert. Somit sei jedes Unternehmen unabhängig von seiner Größe ein wichtiger Akteur der Industrie 4.0-Entwicklung und sollte aktiv daran teilnehmen.

Doch es fehle noch an wichtigen Voraussetzungen: Der Breitbandausbau sei bei Weitem nicht so weit wie er sein sollte, auch das politisch angestrebte Ziel von flächendeckenden 50 Mbit/s im Jahr 2018 kann laut Kempf „allenfalls ein Etappenziel“ sein. Die künftige Bandbreite müsse für kritische Anwendungen wie z.B. Machine-to-Machine Communication fortlaufend ausgebaut werden, geringe Latenzen seien hier von essentieller Bedeutung.

Damit einhergehend vertritt Kempf auch eine klare Meinung zur Netzneutralität: “Es muss Qualitätsdiensteklassen geben.” Auch wenn ein regulierter Verkehr garantiert sein muss, um die “normale” alltägliche Nutzung des Best-Effort-Internets über die Telekommunikations-Infrastruktur zu sichern, könnten nur Qualitätsdiensteklassen ein „Höchstmaß an Ausfallsicherheit“ für beispielsweise medizinische Anwendungen und autonomes Fahren (car-to-car-communication) bieten.

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