Marc René Zofka (FZI) über das Testfeld Autonomes Fahren BaWü

31. März 2017
Name: Marc René Zofka
Position: Research Scientist Intelligent Systems and Production Engineering, FZI
Thema: Testfeld Autonomes Fahren BaWü

Wann kommt autonomes Fahren auf Deutschlands Straßen?Diese Frage kann man sich inzwischen durchaus stellen, zahlreiche Hersteller arbeiten an autonomen Autos und haben schon eigene Systeme und Ansätze herausgebracht. Doch von autonomem Verkehr ist scheinbar noch lange nichts zu merken.

Doch im Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg gab es bereits Ende letzten Jahres den Startschuss, zu erforschen wie der autonome Verkehr funktionieren kann. Aktuell befinde man sich aber in der Freigabefalle, so Marc René Zofka, Research Scientist am FZI Forschungszentrum Informatik.
Obwohl die Technologie schon sehr weit ist, und bereits viele Teilprobleme von autonomem Fahren gelöst wurden, fehle doch noch ein komplett autonomes System für den führerlosen Verkehr.

Dabei müssen nicht nur technische Systeme erprobt werden, sondern auch viele ethische und gesellschaftliche Fragen geklärt werden. Sowohl für Zulieferer und Automobilhersteller, als auch für die Gesellschaft und von behördlicher Seite.

Sehr viel Zeit wurde bereits aufgewandt, um gemeinsame Standards und Schnittstellen festzulegen, mit denen die Systeme der verschiedenen Hersteller kommunizieren können und autonome Fahrzeuge mit Verkehrsanlagen wie Ampeln oder Parkhäusern interagieren sollen.
“Jetzt brauchen wir Plattformen, die es ermöglichen solche autonomen Systeme zusammen zu testen.” , so Zofka.
Und genau dafür biete das Testfeld Möglichkeiten. Unterschiedliche Systeme verschiedener Hersteller können zusammen in echten Verkehrssituation und auf echten Verkehrsrouten getestet und nach Problemen im Zusammenspiel untersucht werden.

Dafür müsse jedoch die bestehende Infrastruktur in Städten erweitert werden: Verkehrsanlagen, wie z.B. Ampelkreuzungen, müssen mit den nötigen Sensoren und Sendern nachgerüstet werden. In aufgerüsterer Umgebung werden im Testfeld Autos auf Testfahrten geschickt und umfassende Datenanalyse und Tests werden ermöglicht. Gerade werde beispielsweise getestet, wie viel und welche Sensorik für die Umgebung tatsächlich benötigt wird.

Das Testfeld sei abseits der technischen Aspekte aber auch Plattform um Bürger zu informieren und die Öffentlichkeit früh beim Entwicklungsprozess mitzunehmen. Die Leute sollen sich darüber informieren können, welche Daten gesammelt und verwendet werden und welche Techniken im Einsatz sind.

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