Lorena Jaume-Palasi über Autonomie und Heteronomie im digitalen Zeitalter & die Inszenierung um Cambridge Analytica

27. Mai 2018
Name: Lorena Jaume-Palasi
Position: Geschäftsführerin, AlgorithmWatch
Thema: Autonomie und Heteronomie im digitalen Zeitalter

“Die Komplexität von Gleichschaltung ist nicht nur auf den Bildschirm konzentriert”

Lorena Jaume Palais ist die Gründerin und Geschäftsführerin von Algorithm Watch. Einer Organisation “mit dem Ziel, Prozesse algorithmischer Entscheidungsfindung zu betrachten und einzuordnen, die eine gesellschaftliche Relevanz haben – die also entweder menschliche Entscheidungen vorhersagen oder vorbestimmen, oder Entscheidungen automatisiert treffen.” Im Interview spricht sie über die Ambivalenz von Heteronomie und Autonomie in der digitalen Welt. Heteronomie ist dabei die Abhängigkeit von Regeln, die über Personen in ihrem Alltagsleben bestimmen. Wir gewinnen ein mehr an Autonomie durch die Möglichkeiten der Automatisierung. Gleichzeitig ordnen uns die Algorithmen “in Schubladen ein” und beschränken uns dadurch in unserer Freiheit. Sie weist insbesondere auf die verschiedene Ebenen hin, die es zu analysieren gilt, wenn wir über dieses Gleichgewicht sprechen: Am Beispiel des Programmierers, der genau weiß, wie der Einfluss seiner Arbeit konkret auf Menschen wirkt (Top Down) und damit ethische Abschätzungen treffen kann im Vergleich zum Bottom Up Programmierer.

Ein letztes Beispiel über das wir sprechen, ist Cambridge Analytica in Bezug auf Trump und den Brexit, deren Einfluss auf die Wahl sie für inszeniert hält: Was Cambridge Analytica auch selbst zugibt! Generell ist ihre These, dass “Menschen die Social Media benutzen, viel mehr Kanäle konsumieren als Menschen die nicht mehr in Social Media präsent sind.”

Zum Schluss analysiert sie wie wir divergierende Meinungen wahrnehmen und wie sich eine Studie konstruieren ließe, die diese divergierenden Meinungen wirklich in mehreren Dimensionen erfassen könnte: “Bis dato ist noch keine Studie so gebaut worden.”

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