Hans-Georg Maaßen über Maßnahmen gegen Cyber-Angriffe auf Unternehmen

13. Mai 2017
Name: Hans-Georg Maaßen
Position: Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV)
Thema: Schutz vor Cyber-Angriffen auf Unternehmen

“Über 51 Millionen Euro Schaden durch Cybercrime” schrieben vor einigen Tagen zahlreiche Medien nach den Berichten des BKA.
Wir haben mit Hans-Georg Maaßen, dem Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), über den Schutz deutscher Unternehmen und Gegenmaßnahmen gegen die Hackerangriffe gesprochen:

Häufig sollen diese Angriffe von Nachrichtendiensten gesteuert werden, teils aus Motivation der Wirtschaftsspionage. Doch nicht nur auf die Wirtschaft sondern auch auf die deutsche Regierung und Ämter werden Angriffe gefahren.
Zur Ermittlung bei diesen Angriffen, müssen man die Angriffsinfrastruktur aufklären, also die Server von denen Angriffe durchgeführt werden und jene, an die Informationen abfließen.

“Unser Gegenüber hat nicht die Möglichkeiten und macht sich auch nicht die Mühe, für jeden Angriff eine komplett neue Infrastruktur aufzubauen.”, so Maaßen.

Damit ließe sich aus Erfahrungswerten ein Rückschluss auf die Herkunft der Angriffe ziehen, z.B. durch bekannte russische oder chinesische Infrastrukturen.

Um effektiv gegen die Angriffe vorzugehen genügt jedoch keine Ermittlung: Es bedarf der Härtung der eigenen IT-Infrastruktur, beispielsweise durch das Aufnehmen der für Angriffe verantwortlichen IP-Adressen in die eigene Abwehr. Dies übernehme das BSI für die parlamentarischen Infrastrukturen.

Bekannte Informationen über die Angriffe werden auch an die deutsche Wirtschaft weitergegeben, um den Unternehmen dabei zu helfen, sich selbst zu schützen. Dennoch meint Maaßen: “Wirtschaftsschutz ist in erster Linie Sache der Wirtschaft. Die Wirtschaft muss sich selbst schützen.” So wie Geschäftsgeheimnisse in der realen Welt im Panzerschrank liegen, so müssen die Firmen in der virtuellen Welt für einen “Cyber-Panzerschrank” sorgen.

Um der Wirtschaft dennoch mehr zur Seite zu stehen, betreiben das BfV zusammen mit dem BKA, dem BSI und dem BND mit wirtschaftsschutz.info eine Plattform, um Firmen mit speziellen Informationen zum Thema Cybersecurity zu versorgen. Hinzu kommen Beratungen von einzelnen Unternehmen und Branchen durch Mitarbeiter des Bundesverfassungsschutzes.

“Das ist letztendlich eine Hilfe zur Selbsthilfe”, erklärt Maaßen.

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