Bernhard Rohleder über die Digitalisierung des Gesundheitssystems

13. Juni 2017
Name: Bernhard Rohleder
Position: CEO Bitkom
Thema: Digitalisierung des Gesundheitssystems

„Was es heute gibt, ist Medizin von der Stange“

Das derzeitige Gesundheitssystem unterliegt starken Regulierungen. Die Entwicklung von Medikamenten dauert viele Jahre und erfordert in der Regel horrende Summen an Entwicklungsbudget. Jungen Unternehmen und Startups fällt es unter diesen Marktbedingungen äußerst schwierig neue Produkte zu entwickeln – dabei sind das genau diejenigen Akteure, die in anderen Branchen für ihre disruptiven Innovationen geschätzt werden.

Bernhard Rohleder, Chief Executive Officer von Bitkom, ist der Überzeugung, dass der digitale Fortschritt auf dem Gebiet der Medizintechnik ein Umdenken erfordert. „Es geht darum, digitale Transformation in die Fläche zu bringen“. Inspiriert von der Silicon-Valley-Mentalität unterstützt Herr Rohleder den Bau von Digital Hubs und speziell Health Hubs, die Startups die nötigen Ressourcen zur Hand geben, um ihre Ideen umzusetzen. Ein solcher existiert bereits in Nürnberg, weitere sollen folgen. Dass es nicht genauso wie an der amerikanischen Westküste laufen kann, ist dem CEO allerdings bekannt: „Wir [in Deutschland] sind analog geboren, wir haben eine Industriegeschichte von 200 Jahren“. Mit einer Lockerung der Regulierungen führt Herr Rohleder eine weitere Möglichkeit an, wie Startups wettbewerbsfähig werden könnten. „Was es heute gibt, ist Medizin von der Stange“, es müsse allerdings möglich sein Medikamente und Therapien für den Einzelfall anzupassen. Hierfür müssten Richtlinien genauso dynamisch angepasst werden können, wie wir es aus der modernen Softwareentwicklung kennen.
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